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Beifahrer, entspanne Dich!

Nichts für Beifahrer mit schwachen Nerven: Ein – noch – »ge-fake-ter« Kreuzungsverkehr der Zukunft mit selbstfahrenden Autos, die sich selbst abstimmen und daher Ampeln überflüssig machen.

Treffend kommentiert ist diese fiktive Szenerie bei Matthias Schwenk.

Ach, ja: Welchen Fahrer sollten die entnervten Beifahrer auch schimpfen…

Sandmännchen für Erwachsene

Schon seit Anfang des Jahres gibt es beim Spiegel ein lesenswertes Essay von Richard David Precht zum Finanzmarkt unter dem Titel Schlingern der Galeere. Dieser ist kein Akteur, sondern ein sich selbst organisierendes System.

Von der »spanischen Galeere« Finanzmarkt kann die Gesellschaft keine Anpassung an den Lebensraum (siehe auch im Manager Magazin), keine Selbstbeschneidung erwarten, sondern Wissenschaftler und Politiker wären in der Pflicht, das gesamte Biotop − also die Gesellschaft − im Blick zu haben. Zumindest bei letzteren bin ich voller Optimisimus…

Googles Datensammeln

Bei Golem (im Original hier) erklärt Sven Türpe einige Aspekte modernen Data Minings. Ein interessanter Punkt daran ist, dass das Erheben von personenbezogenen Daten nicht unbedingt eine Verletzung der Privatsphäre sein muss. In einen Klassifikator fliessen zwar persönliche Daten ein, trotzdem geht der Bezug zur Person damit verloren. Soweit, so gut…

Aber andererseits bleibt natürlich die klassische Version des Datensammelns. Also kein Grund nicht weiterhin vorsichtig zu bleiben!

Android: Sicherheitslöcher durch Apps

Aufgeweckt durch das nach meinem Dafürhalten auch strafrechtlich interessante Verhalten von Netzbetreibern in den USA mit Carrier IQ schob gestern heise Security noch eine Info nach. Getrieben davon, den Kunden möglichst viele Apps anzubieten, bleibt die Sicherheit auf der Strecke. Apps, die mit einem fabrikneuen Handy mitgeliefert werden, reißen bereits erhebliche Sicherheitslöcher.

CarrierIQ is watching you

Es ist schon bemerkenswert, was heute durch die einschlägige Presse (auch hier oder hier) geistert: US-Serviceprovider liefern an ihre Kunden vornehmlich Android-Handys mit der Rootkit-Software Carrier IQ. Diese ist zumindest dazu imstande, Tastatureingaben zu loggen, auch auf HTTPS-Seiten und so an Login-Informationen zu gelangen, eingehende SMS zu protokollieren, Nutzungs- und auch Positionsprofile zu erstellen.

Es mag ja in der Tat sein, dass die Anbieter von Handydienstleistungen die Software wirklich so genutzt haben, wie Carrier IQ ihr Produkt bewirbt, aber die Heimlichtuerei der Software und das teilweise komplett fehlende Opt-Out lässt nichts Gutes ahnen.

Dagegen bekommt die Diskussion um den Bundestrojaner regelrecht etwas Drolliges. Schöne neue Handywelt…

Hier noch ein paar englischsprachige Informationsquellen:

Update 2.12.2011: So langsam kommt etwas mehr Ordnung in die Sache: Auf Golem gibt es einen Update der gestrigen Meldung, und auch einen Hinweis darauf, dass die Idee mit den Rootkits auf Android nicht neu ist. Auch bei Heise gibt es neue Infos. Und auch der US-Datenschützer im Senat ist aufgewacht.

Ich bin mal gespannt, ob das ganze noch in den »normalen«, also nicht-technsichen Nachrichten auftaucht.

Meine Wurst ist bei Facebook…

Ich lache mich »sauschwänzchenkringelig«: Meine Wurscht ist bei Facebook!

Facebook-Spicker

Das mit der facebookfreien Zone war definitiv anders gemeint. Wie da wohl die »Timeline« aussieht? Und das Datenschutzproblem kann man einfach aufessen. Mahlzeit!

Fukushima und die Wahrheit

Nur gut ein Jahr ist der »atomgetriebene Dampf« der Bundesregierung jetzt her. Kaum zu glauben, was von Fukushima seither alles verdampft wurde: eine monarchisch regierende Landesregierung, eine Laufzeitverlängerung, und jetzt mein letzter Rest an Glaube daran, in hochentwickelten Ländern könnte die Abwickelung einer Nuklearkatastrophe professioneller laufen als seinerzeit in Tschernobyl. Zunächst der erschreckende Umgang mit den Menschen, die vor Ort die Sauerei aufräumen. Und jetzt rechneten Meteorologen zurück und veröffentlichen in Atmospheric Chemistry & Physics (siehe auch spektrumdirekt), dass sich die offiziellen Zahlen zum ausgetretenen radioaktiven Material während der Nuklearkatastrophe in Fukushima zumindest am unteren Rand der Wahrheit bewegen.

Deprimierend…

So viel Miese hat die Welt

Bei Spiegel Online gibt es eine interessante Flash-Graphik zum Thema Schulden der Welt. Ein Klick auf ein Land verrät außerdem dessen Bruttosozialprodukt.

Facebookfreie Zone

Den deutschen Datenschützern ist der lockere Umgang sozialer Netzwerke – allen voran Facebook – mit den Daten ihrer Nutzer zunehmend ein Dorn im Auge, wie Golem berichtet. Zu diesem Bericht im wahrsten Wortsinn am Rande bemerkt: Im Artikel wird davon gesprochen, dass Social Plugins mit den deutschen und europäischen Vorstellungen von Datenschutz nicht vereinbar sind, und in der rechten Randspalte befinden sich die entsprechenden Buttons. Wenn mir auch die Vorstellung der Datenschützer im Grundsatz etwas weit gehen – wie soll ich da überhaupt noch fremde Inhalte einbetten können –, erscheint es mir richtig, dass gehandelt werden muss.

Auch auf Golem wirbt Facebook in Person von Chris Cox – smart und mit dem Talent ausgestattet einem Eskimo einen Kühlschrank verkaufen zu können, ganz im Gegensatz zum grimmig dreinblickenden Datenschützer Thilo Weichert auf obiger Golemseite – für seine neue Oberfläche »Timeline«. Dabei fällt im Zusammenhang mit der Umstellung des Nutzerprofils auf Timeline der bemerkenswerte Satz: »And there is a lot of stuff there, that you didn't even realize or remember that it was there.« Genau da ist das Problem. Solange dieses besteht, bleibt diese Seite Facebookfreie Zone. Nik Cubrilovic bemerkt völlig zurecht, dass der Schutz der Privatsphäre im Internet heute in einem Zustand ist, wie die Computersicherheit vor etwa zehn bis fünfzehn Jahren. Früher hatte ein Tagebuch ein Schloss, damit es nicht alle lesen konnten, heute wird es im Internet veröffentlicht. Seltsame Welt…

Lässt sich gegen die Datensammelwut sozialer Netzwerke überhaupt etwas unternehmen? Einen technischen Ansatz versucht zum Beispiel das Projekt Diaspora (Wikipedia, Übersicht über andere Ansätze). Ich würde mich aber fast dem Urteil der Kritiker anschließen wollen: Technisch nicht lösbar. Andererseits könnte ich mir aber ein soziales Netzwerk mit zentraler Datenbank vorstellen, das ein eher »menschenähnliches Gedächtnis« hat, bei dem also Daten ein Verfallsdatum haben oder vom Mitglied wirklich gelöscht werden können, außer sie werden als Erinnerung gekennzeichnet. Da man das Computern nicht so leicht wird »einhauchen« können, müsste es von einer unabhängigen Institution kontrolliert werden. Allerdings entfällt dann das bisherige Geschäftsmodell sozialer Netzwerke, und Mitglieder müssten womöglich für deren Leistung Geld bezahlen wie heutzutage auch für Telefon- und Internetzugang. Was wäre daran aber so verkehrt…

Außerdem würde ich mit dem Begriff »Freund« weit weniger inflationär umgehen wollen als das in sozialen Netzwerken geschieht. Ich habe schon Mühe einen Freundeskreis aus wenigen Personen zu pflegen, und halte es daher für ausgeschlossen, tausende von »Freunden« zu haben. Freundschaften entstehen nicht durch Knopfdruck auf einer Seite, sondern wachsen vom Bekannten zu einem Freund über die Zeit. Wie soll man das auf virtuelle soziale Netzwerke übertragen? Keine Ahnung.

In dem Sinne: Facebookfreie Zone bis auf weiteres!

Verräterische Kekse

Obwohl ich mir eine gewisse Wachsamkeit im Umgang mit dem Medium Internet zutraue, habe ich bisher dem Thema Nutzeridentifikation durch HTTP-Cookies keine besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Drittanbieter-Cookies zur personalisierten Werbung empfinde ich dabei eher als lästige Schnüffelei. Vor dieser Art der Manipulation schützt mich auch ein Werbeblocker. Heikler wird es bei der Nutzeridentifikation durch Suchmaschinen. Einen Eindruck davon, was mit solchen Daten gemacht werden kann, liefert AOLStalker.

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Noch hinterlistiger können Flash-Cookies (Local Shared Objects) sein, da diese am Browser vorbei angelegt werden und auch Möglichkeiten für Missbrauch bieten, die jenseits derer von HTTP-Cookies liegen. Abhilfe schaffen da nur Browser-Plugins wie BetterPrivacy oder Programme wie CCleaner.

Ich werde jedenfalls meine »Cookie-Politik« umstellen und zur Metasuchmaschine Startpage wechseln.

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blog.txt · Zuletzt geändert: 20.07.2011 10:39 von Robert Kormann