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Mobilität der Gegenwart

Vor Kurzem beschäftigte ich mich mit der Mobilität der Zukunft, jetzt mal mit der der Gegenwart. Seit fast vier Jahren fahren wir nun einen Toyota Auris Hybrid, und ich bin bei Spritmonitor tapfer am Notieren der Verbräuche. Kürzlich sortierte ich meinen Verbrauch in den dortigen Mittelwert über 371 Fahrzeuge aus den Jahren 2014 bis 2018 ein mit mindestens 10000km Fahrleistung und E10 als Sprit. Das verglich ich mit dem von VW Golf im selben Zeitraum und im Leistungsbereich von 90kW bis 140kW bei gleicher Mindestfahrleistung und gleichem Sprit (272 Fahrzeuge).

Das Ergebnis ist erfreulich und traurig zugleich: Ein Golf mit vergleichbarer Ausstattung benötigt 22% mehr Sprit, das Konzept des Hybridfahrzeugs geht also auf. Traurig sind aber die absoluten Zahlen:

  • Mein eigener Verbrauch sind 5,70l/100km, etwas höher (4%) als der Durchschnitt von 5,48l/100km. Vermutlich liegt das daran, dass das Fahrzeug merklich im Kurzstreckenbetrieb eingesetzt wird. Die Fahrzeugelektronik heizt beim Start den Motor an und lädt die NiMH-Batterie, die eine merkliche Selbstentladung hat. Batterieladung und Motorwärme gehen also bei kurzen Strecken überproportional verloren.
  • Der Verbrauch der Golfs liegt bei 6,66l/100km. Schränkt man das Baujahr auf das des Golf 1 ein, also 1974 bis 1983 (ohne Spritwahl, ohne Fahrleistung), erhält man immerhin noch 69 Fahrzeuge (Golf 1 und 2) und 8,4l/100km, mit ein paar Ausreißern bei 16l/100km. Ein ähnliches Bild beim Golf 2 mit 7,9l/100km. Und das ist der traurige Teil: Seit den Zeiten eines Golf 1 hat sich die Motorentechnik erheblich verbessert, etwa 20% sind in die Verbesserung des Verbrauchs gegangen, und 50% in das Gewicht, was bei durchschnittlichen Geschwindigkeiten – hier 56km/h – proportional zum Verbrauch ist. Natürlich ist ein relativ aktueller Golf 7 in Bezug auf Sicherheit und Komfort (und Höchstgeschwindigkeit?!) ein anderes Fahrzeug.

Trotzdem: Stellten wir uns mal vor, es wäre anders herum (20% Gewichtszunahme und 50% Verbrauch), wären die 6,66l etwa 4l, und die 5,70l etwa 3,4l. Was könnte damit Energie und heiße Luft in der Klimadebatte gespart werden…

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